Vereinbaren Sie einen persönlichen Termin.
Oder schildern sie uns Ihren Fall per E-Mail.

Das Coronavirus im Arbeitsalltag

Von Rechtsanwältin Anja Gotsche | 05. Mar 2020
Arbeitsrecht
Aktuelles

Aktuell stellen sich vor allem die folgenden Fragen, die wir gerne für Sie in einer Kurzfassung beantworten:

Kann ich aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus zu Hause arbeiten?

Ein gesetzlicher Anspruch auf Home-Office besteht nicht. Arbeitnehmer können dies jedoch mit ihrem Arbeitgeber angesichts der aktuellen Situation vereinbaren. Die Option kann sich zudem aus einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag ergeben.

Ich habe den Verdacht, dass mein Kollege an dem Coronavirus erkrankt ist – er hustet so viel. Darf ich zu Hause bleiben?

Das gesagt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales:

„Ein allgemeines Recht des Arbeitnehmers, bei Ausbruch einer Erkrankungswelle wie COVID-19 der Arbeit fernzubleiben, gibt es nicht (…) „Für das Eingreifen eines Leistungsverweigerungsrechts wäre es erforderlich, dass die Erbringung seiner Arbeitsleistung unzumutbar ist (§ 275 Abs. 3 BGB).“

Kann mein Arbeitgeber mich nach Hause schicken, wenn ich krank bin?

Ja – und zwar gilt dies unabhängig von COVID-19. Dies ergibt sich aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers den gesunden Mitarbeitern gegenüber, um Ansteckungen zu vermeiden.

Das Unternehmen schließt – muss ich Zwangsurlaub nehmen?

Nein – wenn der Arbeitgeber das Unternehmen schließt, befindet er sich in Annahmeverzug. D.h. Wenn der Arbeitnehmer arbeiten will und kann, der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers aber nicht annehmen will oder kann, dann gerät der Arbeitgeber in Annahmeverzug. Dies regelt § 615 BGB. Die Folge vom Annahmeverzug ist, dass der Arbeitgeber das Gehalt nachzahlen muss.

Allerdings kann das Unternehmen verlangen, dass die Arbeitnehmer Home-Office machen, wenn dies realisierbar ist.

Kita und Schule sind wegen Infektionsgefahr geschlossen. Kann ich meine Kinder zu Hause betreuen?

Nach § 616 Satz 1 BGB kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht die Vergütung vorenthalten oder kürzen, wenn der Arbeitnehmer“ für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Arbeit verhindert ist.“ Ob diese Vorschrift für den Fall „Corona“ gilt, ist noch nicht abschließend geklärt. Daher sollte auf jeden Fall versucht werden, mit dem Arbeitgeber eine Lösung zu finden, wenn das Kind nicht anderweitig betreut werden kann.

Die Entwicklung der Ausbreitung des Coronavirus bleibt abzuwarten. Daher weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass sich im Umgang mit dem Coronavirus am Arbeitsplatz noch Aktualisierungen ergeben können.

Kontaktieren Sie uns jetzt. Wir beraten Sie gerne.

Arnulfstraße 1
50937 Köln
Link zu Google Maps

Tel: 0221 - 88 74 311
Fax: 0221 - 96 43 49 09

buero@kanzlei-gotsche.de
www.kanzlei-gotsche.de

Vereinbaren Sie einen persönlichen Termin.

Oder schildern sie uns Ihren Fall per E-Mail.

Sie finden uns auch bei Anwalt.de